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Nachhaltigkeitsbericht
Netze & Erzeugung
Die Wärmewende hat die politische Debatte in diesem Jahr bestimmt. Doch wir können glücklicherweise sagen, dass wir unsere Hausaufgaben bereits erledigt haben.

Durch die Inbetriebnahme unseres Gasmotorenkraftwerks sorgen wir seit dem Jahr 2021 dafür, dass unser Stromnetz stabilisiert wird, und sparen jährlich rund 35.000 Tonnen CO2 ein. Als Ergänzung zu dem bereits bestehenden Biomasseblock haben wir den Grundstein für die klimafreundliche Wärmewende in Pforzheim gelegt. Unser ausgeschriebenes Ziel im Bereich Netze und Erzeugung ist es, die Energiewende für Pforzheim zu meistern. Klimaneutrale Energiegewinnung und die Steigerung der Versorgungssicherheit stehen daher ganz oben auf unserer Prioritätenliste. Um dies zu leisten, werden wir schrittweise unsere Erzeugungsanlagen dekarbonisieren und unsere Netze auf den Betrieb mit Wasserstoff vorbereiten. Indem wir heute in das bestehende Netz investieren und die Infrastruktur weiter ausbauen, schaffen wir die bestmögliche Versorgungssicherheit von morgen. So bilden wir das Fundament dafür, dass auch die folgenden Generationen stabile Netze mit einer gesicherten Energie- und Wasserversorgung vorfinden. Wie ein nachhaltiges Wassermanagement aussehen kann, hat unsere Fachabteilung bereits gezeigt: Unsere wasserwirtschaftliche Strategie wurde mit einem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet und hat bundesweit neue Maßstäbe im Bereich Wassermanagement gesetzt. Auf diesem Erfolg wollen wir aufbauen und uns stets weiterentwickeln.

Unsere Leuchtturmprojekte: Mehr Nachhaltigkeit ist also das ausgeschriebene Ziel.
Doch wie setzen wir das hier vor Ort in Pforzheim um? Wir haben exemplarisch unsere Highlight-Themen aufbereitet:

Solarpark Holzhof

Erneuerbare Energien aus dem Herzen der Stadt

Was machen wir mit rund 3,5 Hektar Brachfläche in unmittelbarer Nähe zu unserem Wasserwerk Friedrichsberg? Wir holen natürlich das Beste raus.

Das Holzhof-Stadion wird im Herzen vieler Fußball-Nostalgiker immer einen besonderen Platz behalten. Seit 1911 trug der Pforzheimer Fußballverein VfR Pforzheim seine Heimspiele im Stadion am Enzauenpark aus, auch lange nach der Fusion mit dem 1. FC Pforzheim zum 1. CfR Pforzheim. Besonders das DFB-Pokalspiel im Jahr 2018 gegen Bayer Leverkusen, das nur knapp mit 0:1 verloren wurde, bleibt uns allen im Gedächtnis. Seit dem Umzug des CfR im Jahr 2020 ins Stadion am Brötzinger Tal wurde das Stadion kurze Zeit von den Pforzheim Wilddogs genutzt – nun steht es leer.

Doch die etwa 3,5 Hektar umfassende Anlage im Wasserschutzgebiet „Untere Enzauen“ blickt in eine sonnige Zukunft. Aufgrund der für die Wasserversorgung hochsensiblen Lage haben wir uns dafür entschieden, hier einen Solarpark zu errichten. Denn praktischerweise grenzt hier eines unserer Umspannwerke an, über das wir den Solarstrom direkt ins Netz einspeisen können.

Schon in diesem Jahr haben wir mit den ersten Vorarbeiten begonnen. Anfang des Jahres 2025 soll die Anlage fertig sein und etwa 3.400 Megawattstunden (MWh) Öko-Strom im Jahr produzieren!

Klimaneutrale Wasserversorgung und Biodiversität

Eine Herzensangelegenheit für uns ist es, durch das Projekt unser Wassermanagement klimaneutral zu gestalten. Denn durch den Betrieb unserer Aufbereitungsanlagen und unser Pumpwerk fällt doch die ein oder andere Kilowattstunde an, die wir quasi direkt aus der Erzeugung vor Ort beziehen werden.
Da der geplante Solarpark in unmittelbarer Nähe unseres Wasserwerks Friedrichsberg liegt, werden wir den hier erzeugten Solarstrom in Teilen direkt in unserer Wasserproduktion nutzen können.
Zwischen den einzelnen Paneelen soll eine naturnahe Wiese entstehen. Wildblumen und Kräuter werden hier wachsen und den hier lebenden Insekten, Vögeln und anderen Tieren einen ungestörten Lebensraum bieten.
Somit sparen wir nicht nur einige Tonnen an CO2, sondern leisten im selben Zug einen wichtigen Beitrag für die Biodiversität hier vor Ort!

Hysilient

Unser Pilot für grünen Wasserstoff in Pforzheim

Wir wollen nicht nur klimaneutral werden, sondern auch resilienter – also krisenfester und unabhängiger. Dieses Vorhaben haben wir auch semantisch in unserer Wortneuschöpfung festgehalten: „Hysilient“ kombiniert als Akronym das englische Wort für Wasserstoff (hydrogen) mit dem Adjektiv resilient – also der Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und der Fähigkeit sich anzupassen. Das Ziel des Vorhabens „Hysilient“ ist die Schaffung eines Konzepts für ein resilientes, klimaneutrales und damit in hohem Maße zukunftsfähiges Gewerbequartier.

Gold wert

Unsere nachhaltige Wasserstrategie

Das geben wir gut und gerne zu – trotz all der spannenden Projekte und Aufgaben, mit denen wir uns beschäftigen, ist die Wasserversorgung eine unserer liebsten und wichtigsten Aufgaben. Dass die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Recht auf Wasser als Menschenrecht anerkannt hat, unterstreicht wie essenziell wichtig der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist. Das hebt auch das sechste von 17 Zielen für Nachhaltige Entwicklung hervor.

Um dies langfristig zu gewährleisten, haben wir bereits im Jahr 2019 unsere wasserwirtschaftliche Strategie auf den Weg gebracht – und wurden dafür im Jahr 2022 mit dem ZfK-Nachhaltigkeitsaward in Gold ausgezeichnet!

© Copyright Agentur Bildschön

Das Wichtigste in Kürze: Im Jahr 2021 haben wir die rund 125.000 Pforzheimerinnen und Pforzheimer mit etwa 7,45 Millionen Kubikmeter Trinkwasser versorgt – also sieben Milliarden und fünfhundert Millionen Liter. Im Jahr 2022 waren es 7,54 Millionen Kubikmeter, im Jahr 2023 werden es aller Voraussicht nach 7,6 Millionen Kubikmeter sein. Dabei soll der Bezug von Fremdwasser aus der Bodensee-Wasserversorgung (3,5 Mio. Kubikmeter, 49 % am Gesamtanteil) zukünftig eine immer kleinere Rolle spielen. Stattdessen wollen wir unseren Eigenwasseranteil von anfangs 37 % aus regionalen Quellen auf 70 % im Jahr 2030 erhöhen. Dafür investieren wir in die regionale Aufbereitung, schützen Wasserschutzgebiete und entsiegeln unsere Flächen da, wo es möglich ist, um die Grundwasserneubildung zu unterstützen.

Und das zahlt sich aus: Im Jahr 2022 betrug der Anteil an Eigenwasser bereits 51 %, im Jahr 2023 konnten wir 52 % des bereitgestellten Trinkwassers aus den örtlichen Grundwasservorkommen (Brunnen & Quellen) beziehen.

Indem wir unser Wassermanagement auf nachhaltige Beine stellen, sorgen wir für eine gerechte Verteilung dieser wichtigen Ressource, sorgen für eine bestmögliche Krisenfestigkeit und sichern langfristig die Wasserversorgung für Pforzheim.

Erneuerbare Energie

von hier für Euch!

Klimafreundlich, regional und naturverträglich. Unser modernisiertes Flusskraftwerk wird den neusten Anforderungen entsprechen und zur Vereinbarkeit von klimafreundlicher Energieerzeugung sowie Natur- und Umweltschutz beitragen.

Seit 30 Jahren wird in Eutingen klimaneutraler Strom aus Wasserenergie hergestellt – mitten in der Enz. Seit einiger Zeit steht die Anlage still, denn: Wir bauen um und machen alles neu!

Die Erzeugungsanlage mit ihren drei Turbinen wurde im Jahr 2023 auf den neusten Stand der Technik gebracht und erzeugt bei einem geringeren Wasserdurchlauf von etwa 500 Litern pro Sekunde 10 % mehr Ökostrom: 3,4 Millionen Kilowattstunden. Das reicht für rund 800 Vierpersonenhaushalte, die wir mit regional erzeugtem Ökostrom versorgen.

Krisenfest, klimafreundlich und umweltverträglich – eine nachhaltige Investition

Die Investition in die Produktionsanlage soll schaffen, was für andere eine Herausforderung darstellt: Die Vereinbarkeit von Umwelt- und Naturschutz mit einer klimaneutralen Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen. Auch wenn Windräder beispielsweise klimaneutral Strom erzeugen, müssen oft Flächen bereitgestellt werden, die Lebensräume geboten haben. Die Abwägung zwischen den beiden Bedürfnissen bleibt immer ein Kompromiss.

Clever und ökologisch: unsere Fischtreppe

In Zukunft wird es für die Fische einfacher sein, die mehr als 4 Meter hohen Barrieren in der Enz zu überwinden, dennn hierzu können sie unsere Fischtreppe nutzen. Dieser sanfte Aufstieg erstreckt sich über insgesamt 127 Meter. So können die Fische energieschonend das Hindernis im Fluss durchschwimmen und in Ruhezonen Pausen einlegen. Mit einem Abfluss von 600 Liter pro Sekunde in der Aufstiegshilfe haben die Fische immer genug Wasser um sich herum.

Quartierskonzept zu Ende gedacht

Nahwärme trifft Nagoldbad

Ein Schwerpunktthema der greifbaren Zukunft wird die Bereitstellung von Wärme in Quartieren sein. Neubausiedlungen oder das unmittelbar an Schulen angrenzende Wohngebiet eignen sich optimal für den Anschluss an ein Nahwärmenetz.

Ein solches wurde im Jahr 2022 dem SWP-Aufsichtsrat für Dillweißenstein vorgestellt:

Für einen zukunftsfähigen, klimaneutralen Ausbau der Wärmeversorgung für Pforzheim haben die SWP auch die Potentiale für Nahwärmekonzepte in geeigneten Pforzheimer Quartieren untersucht und einen Vorschlag für ein Quartierskonzept in Dillweißenstein vorgestellt. Hierbei können die vorhandenen, vornehmlich städtischen, Einrichtungen wie die Grundschule Dillweißenstein, die Nagoldhalle sowie das Nagoldfreibad mittels modernster Kraft-Wärme-Kopplung versorgt werden. Die angedachte Lösung hat ein deutliches Einsparpotential für klimaschädliches CO2 und senkt zudem den Primärenergieeinsatz.

Win-Win in Sachen Nagoldbad

Im Zuge der für eine optimale Wärmeversorgung notwendige Investition in die Versorgungstechnik des Nagoldfreibads könnten sich durch eine komplette Übernahme des Bades durch die SWP weitere Synergien eröffnen. Dies betrifft vor allem die Betreuung und den Betrieb des Bades, vornehmlich durch den integrierten Betrieb der Nahwärme, der Wasseraufbereitung, der Wärme- und Wassertechnik sowie Synergien in der laufenden Betreuung der weiteren Betriebseinheiten. „Wir denken hier an einen ganz neuen Ansatz, der zur langfristigen Sicherung unserer Bäderlandschaft beitragen könnte“, stellt der Vorsitzende des SWP-Aufsichtsrats, Oberbürgermeister Boch, heraus. Es lohne sich hier in eine detaillierte Prüfung einzusteigen, um im besten Falle eine „Win-Win“-Situation für alle Beteiligten herzustellen.

Die Übernahme der Betriebsführung durch die SWP beinhaltet auch eine Sanierung des Kultbades in zwei Schritten. Der Sanierungsplan wird zwischen den Badesaisons in den Jahren 2025 und 2026 umgesetzt, um den Badebetrieb nicht einzuschränken.

Wir sorgen für klimafreundliche Fernwärme

Kommunale Wärmeplanung – Fernwärme als klimafreundliche Alternative

Am 01. Januar 2024 ist das Gebäudeenergiegesetz mit einem neuen Wärmeplanungsgesetz gekoppelt in Kraft getreten. Eine kommunale Wärmeplanung wird demnach für Kommunen und Städte bis zum Jahr 2028 Pflicht. Seit dem Jahr 2020 gilt diese Pflicht schon für Großstädte in Baden-Württemberg, also auch für Pforzheim. Ziel der Gesetzeserneuerung ist es, die Wärmeversorgung der Bürgerinnen und Bürger auf möglichst klimafreundliche und versorgungssichere Beine zu stellen.

Ein Ausbau des Fernwärmenetzes ist dabei ein erklärtes Ziel der Bundesregierung. Wer bereits am Fernwärmenetz angeschlossen sei, müsse sich demnach um den Einbau einer Wärmepumpe und möglicherweise aufkommende Umbauarbeiten am Eigenheim oder einen Anteil von mindestens 65 % an erneuerbaren Energien in der eigenen Wärmeerzeugung keine Sorgen mehr machen.

Potenzialanalysen für Pforzheim

Von der Bestandsanalyse, über die Potenzialanalyse bis zur Erarbeitung des Zielszenarios und der fertigen Wärmestrategie ist es ein komplexer Weg. Doch der Schritt von der Theorie in die Praxis wird von uns gegangen. Und es sieht schon gar nicht so schlecht aus. Derzeit versorgen wir etwa 20 % der Wohnungen in Pforzheim mit Fernwärme. Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei 13,9 %.

SWP schafft Realitäten

Die SWP verfolgen bereits seit einiger Zeit eine ambitionierte Ausbau- und Verdichtungsstrategie im Fernwärmenetz. Konkrete Gebiete für Ausbau- und Verdichtungsmaßnahmen befinden sich aktuell in Brötzingen, dem Arlinger, der Stadtmitte, der südlichen Innenstadt sowie im Haidach. Zudem wird auch in der Nord- und Oststadt das bestehende Netz ausgebaut und verdichtet.

Das machen wir:
  • Scan von Gebieten für Wärmenetze und Quartierslösungen zur Identifikation neuer Wärmeprojekte.
  • Wärmeversorgung in Eutingen: Insbesondere der Bereich südlich der Bahnlinie wurde als Potenzialgebiet für eine Nahwärmelösung identifiziert. Hier werden unterschiedliche Erzeugungsvarianten wie Geothermie, Energienutzung von Abwasser, Nahwärmekonzepte und ein Anschluss ans Fernwärmenetz untersucht.
  • Restrukturierung der Energieerzeugung im westlichen Teil des Fernwärmenetzes: Das Heizwerk Sonnenhof soll erneuert werden und soweit möglich auf eine regenerative Wärme- und Stromerzeugung umgestellt werden. Dabei fließen die Erkenntnisse aus der Wärmeplanung und den Ausbauplänen in die Optimierung ein.
Unsere Nachhaltigkeitsberichte aus den Bereichen
Slide 1
Personal & Services
Vertrieb
Finanzen & Rechnungs­
wesen
Innovations- & Kommunikations­management

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